Club für Ostasiatische Kultur und Kampfkünste

Shorai-Do-Kempo Dojo Merseburg e.V.

Ein paar Kampfsportler aus Merseburg und Umgebung hatten eine Idee. Sie wollten einen eigenen Kampfkunstverein gründen. Nach anfänglichem hin und her, eifrigen, wilden Diskussionen, nahm die Idee langsam Form an. Wir hielten unsere Ideen schriftlich fest, unterschrieben alle und siehe da, das Gründungsprotokoll war geboren. Den weiteren Weg kennt sicherlich jeder, der schon einmal bei einer Neugründung von Vereinen oder Firmen dabei war (viele Behördenwege). Am Ende des langen Weges stand dann die Eintragung in das Vereinsregister. Somit war dann am 21. März 2000, ein neuer Verein geboren. An dieser Stelle möchte sich der Vorstand bei den Gründungsmitgliedern: Rolf Becker, Dirk Kretschmar, Sven Joost, Robert Kraneis, F. Cândido Soares, Thomas Friedrich, Frank Neumann und Matthias Tolonitz für Ihre Zusammenarbeit und Geduld recht herzlich bedanken. Bevor man sich zu der Gründung des Merseburger Vereins entschloss, trainierten die Mitglieder bei dem Verein Shorai - Do Kempo e.V. (Halle).


Shorai-Do Kempo Ryû - Club für ostasiatische Kultur und Kampfkunst

Ein junger Kampfkunststil, der auf den Traditionen fernöstlicher Kulturen und deren Kampfkünste aufbaut. Begründer und Präsident des gleichnamigen internationalen Verbandes, Wladimir O. Dexbach, entwickelte diesen Kampfstil nach langjährigen Studien der traditionellen Kampfkünste und führte in ihm die effektivsten Methoden zusammen. So entstand ein variantenreicher Kampfstil der aus der Vergangenheit lernt und neues integriert. Shorai-Do Kempo vermittelt die Fähigkeit gezielter Bewegungskoordination, steigen die Reaktionsfähigkeit, das Gleichgewichtsgefühl, die Kraft und die Ausdauer. Somit beeinflusst er positiv die Persönlichkeit der Kämpfer. Durch den Abbau von Stress und Aggressionen werden Verantwortungsbewusstsein und Körperbeherrschung entwickelt. Shorai-Do Kempo versucht die effektivsten Techniken aller Stilrichtungen mit den eigenen zu verbinden und einzusetzen. Deshalb gilt dieser Kampfstil allgemein als sehr variantenreich und äußerst effektiv. Bei allen Übungen wird nicht nur der Körper sondern auch Geist und Willensstärke geschult. Da viele Übungen Partnerweise durchgeführt werden, werden auch wesentliche soziale Komponenten geprägt, zum Beispiel Verantwortungsbewusstsein und Fairness, vor allem aber Selbstbeherrschung und Kenntnisse über verschiedene Körperfunktionen. Auf der physischen Ebene enthalten alle Kampftraditionen ausführliche und sorgfältig geplante Systeme zur Ertüchtigung des Körpers und damit der Erhaltung von Gesundheit und Vitalität. Die Übungen sind schwierig, werden mit großer Schnelligkeit und Kraft und häufig gegen Trainingspartner ausgeführt. Dies dient dazu, dass die Schüler sehr schnell Disziplin lernen und darauf achten sich selbst, oder andere nicht zu verletzen. Die aggressiven Triebe, die den Schüler in den Trainingsraum (Dojo) geführt haben, kommen rasch unter Kontrolle und werden vom Lehrer oder Trainer in konstruktive Bahnen gelenkt. Unter dieser Anleitung wächst das Selbstvertrauen des Schülers in dem Maße, wie seine Furcht vor anderen abnimmt. Gleichzeitig entsteht ein neues Körperbewusstsein, eine neue Einsicht in die physische Gestalt und das potentielle Leistungsvermögen des Körpers. Shorai-Do Kempo bedeutet im japanischen "der Weg in die Zukunft mit Kampfkünsten".


"Ich werde stark und edel sein, immer ehrlich und aufrecht in meinem Denken und Tun.
Niemals werde ich meine Stärke rühmen und Schwächeren ein Leid antun.
Ich werde mich um ein gutes Benehmen und rechtschaffendes Auftreten bemühen.
Ich gelobe, mich meinem Senpai und Sensei unterzuordnen und den Prinzipien des Shorai-Do Kempo zu folgen.
Wir alle, Ältere und Jüngere, sollen einander ehren und achten, wie in einer großen Familie.
Wir sollen einander nah sein in Denken und Tun und einander helfen, wo immer wir können."


Kenshi - Schüler
Im Shorai-Do Kempo gibt es 6 KENSHI - Schülergrade, wobei der 6. + 5. Kyu, jüngere Kenshi, dem weißen und gelben Gürtel entsprechen, der 4. + 3. Kyu, mittlerer Kenshi, dem orangenen bzw. grünen Gürtel. Die mittleren Kenshi sind zur Teilnahme an Wettkämpfen und in Ausnahmefällen zur Arbeit als Senpai (Trainer) berechtigt. Die älteren Kenshi, 2. + 1. Kyu, mit dem blauen bzw. braunen Gürtel, haben die Möglichkeit zum Senpai berufen zu werden.
Sensei - Meister (1. bis 5. DAN)
Dies sind DAN-Träger, die im engen Kontakt mit den "Älteren Kenshi" stehen und gegebenenfalls Hilfe bei der Vorbereitung und Durchführung des Trainings leisten. Sie erhalten den schwarzen Gürtel als Resultat von Gürtelprüfungen, die vor einer Kommission, bestehend aus mindestens 3 DAN-Trägern, unter der Leitung des Präsidenten oder Vizepräsidenten abgelegt werden müssen. Der 3. DAN wird verliehen im Zuge einer Gürtelprüfung und einer schriftlichen Arbeit. Ab dieser Qualifikation besteht das Recht, eine eigenständige Richtung zu verfolgen und weitestgehend selbständig zu arbeiten. Dabei besteht die Verpflichtung ständig die "Shorai-Do Kempo Schule" zu vertreten und ihre Ideen zu verbreiten. Die Träger der 4. und 5. DAN sind Leiter selbständig arbeitender Schulen und Mitglieder höherer Leitungsorgane des Shorai-Do Kempo.
Shihan - Großmeister (6. und 7. DAN)
Der 6. und 7. DAN wurde zu seiner Zeit nur durch den Präsidenten und Gründer der Schule "Shorai - Do Kempo" Wladimir O. Dexbach repräsentiert, welcher leider am 12.04.2010 verstorben ist.


Dô: (jap.) Prinzip der asiatischen Weltanschauung (chin. → Dao), das als Begriff aus dem japanischen Zen-Buddhismus stammt. Das Schriftzeichen dafür liest sich im Japanischen als Michi und im Sinojapanischen als Dô. In der Übersetzung bedeutet der Begriff Weg, Pfad, Grundsatz, Lehre, Philosophie, Richtung, Prinzip, Methode etc. Dô ist ein Weg, in dessen Zentrum eine Übung (Geiko), zumeist die Übung einer Form steht, deren Ziel jedoch nicht das Erlernen irgendeiner Fertigkeit, sondern das Erweitern des im Menschen liegenden Potentials ist, durch das er zu seiner Sinnbestimmung wachsen und sein Leben mit Bewusstsein und Erkenntnis erfüllen kann. In Asien ist Dô das zentrale Prinzip jeder Übung. Dô ist ein Weg, durch den die Essenz der Philosophien und Religionen im individuellen Verhalten sichtbar wird und weit über den Intellekt hinaus, das Denken und Handeln des ein¬zelnen bestimmt. Als Prinzip ist Dô nichts ausschließlich Japanisches, sondern ein allgemein menschliches Anliegen, denn dieselbe Tendenz, die in Asien schlicht als "Weg" bezeichnet wird, ist allen Kulturen der Erde bekannt. Überall auf der Welt beschäftigt sich der Mensch mit den Zusammenhängen des Lebens, mit Ursachen und Wirkungen und mit der Frage nach dem Sinn. Sich vor Urzeiten seiner selbst bewusst geworden, versteht er sich als Mittelpunkt der Welt - eine durch alle Zeiten greifende Gesinnung, die seit jeher seine Umgebung bestimmt. In dieser Illusion strebt er nach unabhängiger Selbstverwirklichung und erhofft sich dadurch die Aufhebung jener Grenzen, die von der Natur vorherbestimmt sind. Zusammen mit dein Bewusstsein entstand der unbändige Wille zum Wachsen, das Streben nach Freiheit, nach Loslösen von der Gebundenheit und Abhängigkeit gegenüber der Natur, die allem Bewusstgewordenen als existenzbedrohlich gegenüberzustehen schien. Doch wann immer diese Forderungen zu laut wurden, brachten sie den Menschen erneut dorthin zurück, wo er schon vielfach begann. Dô - der Weg - ist entscheidend, um sich an die Ziele, Vollkommenheit von Körper und Geist anzunähern. Dieser Weg ist gekennzeichnet von gegenseitigem Respekt und Selbstdisziplin, er ist in seinem Wesen humanistisch und Völker verbindend. Ostasiatische Kampfkünste sind allgemein unter dem Begriff "Karate" bekannt. Dabei ist Karate nur als Mantelbezeichnung zu verstehen, die viele Stilrichtungen beinhaltet. Alle Stilrichtungen unterscheiden sich durch bestimmte Techniken und Grundregeln.


Im Jahre 520 kam Bodhidharma (Dharma oder auch Ta-mo) aus Indien nach China. Er ließ sich auf dem „Hao¬-schan Berg", im Shaolin ssu Kloster, in der „Honan - Provinz" nieder. Er überbrachte Yoga und Meditation bzw. den Buddhismus von Indien nach China. Und unterwies seine Schüler zur Körperertüchtigung und zur Selbstverteidigung. Es entstand das „Inish Kempo". Bekannt geworden sind die 18 Mönchsübungen und die 24 Muskelspiele, die von Bodhidharma überliefert wurden.
Higashionna Kanryô (1853-1916) studierte in China mehrere Systeme (vor allem Baihequan and Luohanquan) und gründete danach in Naha eine Schule, in der er eine Kampfkunst lehrte, die sich wesentlich von den bisher auf Okinawa gelehrten (Sakugawa and Matsumura aus Shuri) unterschied. Seinen Stil nannte er noch Naha te (Hand aus Naha), so wie bisher die Kampfkunst aus Naha immer genannt wurde. Der Name Higashionna Kanryô steht daher sowohl für den letzten Meister des Naha te als auch für den Begründer des Shôrei Ryû. Nachdem er in China gelernt hatte, gründete er in Naha eine Schule, in der er zum ersten Mal in Okinawa die "weiche" Kampfkunst (Neijia) aus China auf der Basis des Bubishi unterrichtete. Sein bedeutendster Schüler war MIYAGI CHÔJUN, der nach weiteren persönlichen Studien in China das Gôju ryû, den hauptsächlichen aktuellen Vertreter des Shôrei Ryû, gründete. Higashionnas offizieller Nachfolger (Uchi deshi) KYÔDA KOHATSU gründete das Toon Ryû. Das spätere Shôrei Ryû, das aus dem Naha te entstand und von den chinesischen Systemen beeinflusst wurde, kennzeichnet sich vor allem durch seine mit dem Boden verankerten Stände und seine speziellen Atemtechniken. Die Bewegungen sind weniger schnell als im Shôrei ryû und betonen überwiegend den Nahkampf. Zum Shôrei Ryû zählt man heute auch das von UECHI KANBUN gegründete Uechi ryû. Dieser Stil stammt hauptsächlich aus dem chinesischen Tigerstil (Pangai Noon), wurde aber nicht in Naha ausgeübt. Die Schriftzeichen für Shôrei Ryû übersetzt man manchmal auch mit "Stil der Inspiration", obwohl sie sich eigentlich - ebenso wie Shôrei Ryû - auf das Shaolin-Kloster beziehen. Man glaubt, dass der Begriff Shôrei von den Okinawanern wegen der Existenz des Shôrinji in Südchina (einer Nachahmung des nördlichen Shaolin-Klosters, Bubishi) verwendet wurde. Die Lehren dieses Tempels bildeten die Basis für den Vorgänger des Shôrei ryû, - das alte Naha te. (Shôrei ryû: jap. Überbegriff für die okinawanischen Karate-Systeme (Tôde, Te, Okinawate, Karate, Kempô und Okinawa) der inneren Schulen des chinesischen → Quanta)


Die Geschichte des Daito - Ryu Aikijutsu ist schwierig und voller dunkler Flecke. Die Wurzeln dieser Kampfkunst führen in die tiefste Geschichte Japans, als es unzählige verschiedene Kampfkunstschulen gab, welche sich im Laufe der Jahrhunderte gegenseitig ergänzten, und die, was charakteristisch ist, immer mit bestimmten philosophischen Anschauungen verbunden waren. Der Gründer der ältesten Schule war Fürst Teidsun, der sechste Sohn des Imperators Seiwa (850-880). Einzelheiten, betreffs dieser Schule sind uns nicht bekannt. Bekannt ist nur, dass auf sie der Name Daito Aikijutsu zurückzuführen ist und dass im Unterschied zum Jiujitsu in dieser Schule nur Samurais höheren Ranges ausgebildet wurden. Der Sohn des Fürsten Teidsun, Zunemoton, führte das Aikijutsu in den Clan der Minamoto ein (siehe "Die Geschichte des Hauses Taira"). Große Verdienste werden dem Samurai Josizune zugeschrieben. Laut Legende, befand er sich in einem Tempel zur Meditation, als er eine Erscheinung hatte... Die Fortsetzung dieser Legende ist ähnlich anderen Legenden dieser Art. Andere historische Überlieferungen deuten auf einen weiteren Träger des Daito Aikijutsu hin - einen Mann namens Josije Minamoto. Er, der selbst unheilbar krank war, gab sein Wissen und Können an seinen jüngeren Bruder Sinra Saburo Josimitsu, einem künstlerisch und wissenschaftlich interessierten Menschen weiter. Dieser beschäftigte sich erfolgreich mit Astronomie, Medizin und Geologie. Das Wissen um die Anatomie des menschlichen Körpers gaben ihm die Möglichkeit viele Techniken zu vervollkommnen. Der zweite Sohn Josimitsus - Josiki je - zog in die Provinz Kai und wurde durch seine Hochzeit in den Clan der Takeda aufgenommen. Einen Teil seiner vom Vater überlieferten Geheimnisse der Kampfkunst gab er an den Clan weiter. Seit dieser Zeit wuchs die Kampfkunst in zwei Richtungen, einerseits im Clan der Minamoto, andererseits im Clan der Takeda. 1574 machte Kuniguzu Takeda den Clan der Aizu mit seiner Kampfkunst bekannt. So entstanden im Laufe der Jahre aus einem gemeinsamen Ursprung mindestens drei verschiedene technische Richtungen: dem Aizu-Todome - die Techniken der Schule des Kuniguzu Takeda, dem Daito-Ryo - die Techniken der Schule des Daito Aikijutsu und dem Takeda-Ryu - die Techniken der Schule des Josikije, dessen bekanntester Meister der Samurai und Philosoph Takeda Takumi no Kamisoemon (1758-1853) war. Er schuf ebenfalls die geistig- philosophische Grundlage, das sogenannte "aiki in jo cho", welche mit den obengenannten Stilrichtungen immer enger verschmolz und die Bezeichnung "Osiki-Usi" erhielt.
Die größte Verbreitung erhielt diese philosophische Richtung im Aizu-Clan. Hierbei darf allerdings nicht vergessen werden, dass im Jahre 1573 der Clan der Takeda mit dem Tod Takeda Shingens eine Niederlage erlitt und in der folgenden Zeit die Grundidee des Clans ausgerichtet war auf ein gemeinsames Überleben und nicht auf den Kampf mit Feinden. Gesehen in historischer Hinsicht ist der Besiegte aber oftmals der Sieger, besonders in moralischer Hinsicht. Beispiele dafür findet man ebenfalls in der modernen Geschichte Europas. Mit dem Beginn der Meiji-Periode verschwinden viele Traditionen, das "Osiki-Usi" gelangt langsam in Vergessenheit. Genauer gesagt ist es der neuen Gesellschaft einfach nicht bekannt. Dass es dennoch über die vielen wilden Jahre des Modernismus erhalten geblieben ist, verdanken wir dem ... Saigo Tanamo Takamase (1829-1905). In der Meiji-Zeit hatte er allerhand Konflikte mit der Polizei, deshalb war es ihm unmöglich eine Schule zu gründen, in welcher er offiziell die alten Traditionen weitergeben konnte. In dieser Situation suchte er einen ergebenen und fähigen jungen Mann, der das Erbe des "Klada" übernehmen konnte und der dafür sorgen würde, dass es im weiteren über Jahrhunderte hinweg entwickelt und geschätzt würde. Eine ausgeprägte Persönlichkeit stellte der talentierte Shiro Saigo dar, welcher einen Anteil am Sieg des Kodokans über den Joshin-Ryu hatte. Jigoro Kano baute die Technik des Judo damit auf einer schon vorhandenen Basis auf. Die Zeit war schwer und um die nötigsten Dinge des Lebens zu gewährleisten große Anstrengungen vonnöten. Shiro Saigo, der das Erbe Saigo Tanomos nicht "verkaufen" wollte, verließ Tokio und beginnt mit großem Einsatz einen Kandidaten zu suchen, der die Traditionen seiner Schule übernehmen könnte. Dieser Nachfolger wird Sokaku Takeda, ein bekannter Fechter, der nahezu verliebt in das Kenjutsu ist und der bestens mit den Techniken des Takeda - Ryu vertraut ist. Die Beziehung zwischen diesen beiden Persönlichkeiten entwickelt sich schnell, umso mehr auch ihre politischen Anschauungen ähnlich sind. In einer Zeit, da das Tragen des Schwertes strengstens verboten war, liebte es Takeda besonders, bewaffnet durch die Straßen Tokios zu spazieren. Damit wollte er seine Ergebenheit zu den alten Traditionen dokumentieren, welches ihm mehr als einmal Unannehmlichkeiten mit der Polizei einbrachte, Deshalb verließ er Tokio und zog auf Hokaido, wo er den Versuch unternahm ein eigenes Dojo zu gründen, gleiches tut auch sein Sohn Tokimune Takeda, welcher eine Schule in Abashiri gründet. Sokaku Takeda war wegen seiner überaus schwierigen materiellen Lage gezwungen, seinen Lebensunterhalt durch das Lehren der Kampfkunst zu verdienen. In den folgenden Jahren tötete er in Zweikämpfen etwa 150 Menschen. Er hatte keine Zähne mehr; einmal nämlich, als ein Speer ihm geradewegs auf den Kopf zuflog, fing er ihn mit dem Mund, dabei den Verlust seiner Zähne und Verletzungen des Mundraumes in Kauf nehmend. Egal mit wem er kämpfte, er überließ dem Gegner die Wahl der Waffen, kämpfte und siegte mit ihnen. (Solcherart Waffen waren z.B. Schwert, Speer, Stock, Ketten usw.) Gerüchte über seine Schule verbreiteten sich im ganzen Land und zog viele an. Er aber war bestrebt, solche als Schüler zu nehmen, die begütert waren. Die Mittellosen aber überließ er Morichea Uesibe, welcher für ihn kostenlos die niedrigsten, dreckigsten und schwierigsten Arbeiten erledigen musste. Ja mehr noch: für jede neu erlernte Technik musste er obendrein zahlen. Trotz all dieser Erniedrigungen, verbrachte Sokaku nur etwa 100 Tage der 5-jährigen Dienstzeit Moricheas mit ihm, um ihm die Techniken beizubringen. Trotzdem gestattete es das besonders harte Training, welchem er unterworfen war, Uesibe die gelernten Techniken weiter zu entwickeln, zu einer heute weit bekannten Kampfkunst, dem Aikido. Ungefähr ab dem Jahre 1910 begann ein Koreaner, namens Tsche-chwe Jonsol bei Sokaku zu trainieren. Er blieb bei ihm bis zum Ende des 2.Weltkrieges und kehrte dann nach Korea zurück. Er verband das bei Sokaku gelernte Aikijutsu mit den ihm bekannten koreanischen Kampftechniken. Auch seine geistigen Grundlagen änderten sich während seines langjährigen Trainings und er legte seiner gerade neu entwickelten Kampfkunst die buddhistische und taoistische Philosophie zugrunde. Er nannte sie Hapkido. Diese Kampfkunst sollte zur alleinigen koreanischen Kampfkunst werden. Aber es kam anders, denn durch die Unterstützung des Staates verbreitete sich eine andere später entstandene Kampfkunst - das Taekwondo in Korea und Hapkido versank in der Bedeutungslosigkeit.
Wenn die Begründer des Aikido und des Hapkido zielgerichtet und planvoll ihren Weg gingen, so sind in der Geschichte des Shorai-Do Zufälligkeiten, ja sogar ein bisschen Romantik auf nahezu unerklärliche Weise miteinander verbunden. Einer der Schüler der Schule Takimune Takeda's befand sich Ende der 30-iger Jahre, im Rahmen einer Militärdelegation Japans in Deutschland (Berlin-Rom-¬Tokio). Als die Rote Armee Berlin stürmte, wurde er schwer verletzt, von einer deutschen Familie aufgenommen und gepflegt. Lange Zeit verbrachte er an der Grenze von Leben und Tod und als er endlich genas und seine Situation real einschätzen konnte, musste er erkennen, dass er in einer total veränderten Welt lebte - in Deutschland befanden sich die russischen Truppen, in Japan die amerikanischen. Sich als Samurai verstehender, wollte er Seppuku begehen, aber die Liebe zu der Tochter seines Retters hielt ihn zurück. So begrub er sein Schwert " und begann ein völlig fremdes Leben, bestrebt seine Vergangenheit zu vergessen. Die anderen an dieser Geschichte beteiligten Personen befanden sich Ende der 70-iger, Anfang der 80-iger Jahre in Russland, in dem damaligen Leningrad. Das Treffen Wladimir O. Dexbach's mit seiner späteren Frau Anna bestimmte sein weiteres Schicksal. Er heiratete und siedelte nach Deutschland (damals DDR) über. All die Schwierigkeiten, die das Leben in einem fremden Land, unter fremden Leuten mit sich bringt, überwindend, trainierte er verbissen und hart weiter, dazu jede nur sich bietende Möglichkeit nutzend. Verschlagen in die tiefste Provinz und in Frieden mit sich selbst und seiner Vergangenheit, sah der mittlerweile alte Nachfolger des einst berühmten Geschlechts auf einem seiner Spaziergänge, wie Wladimir im Garten trainierte. In ihm erwachte das, was er als für immer begraben angesehen hatte. Er schaute ein Weilchen zu und versuchte auf vorsichtige Art und Weise Kontakte zu knüpfen. Die Geschichte wurde plötzlich wieder lebendig und wiederholte sich auf eigenartige Weise. Natürlich war alles sehr schwierig, denn in der damaligen DDR war Kampfkunst ein mit Argwohn betrachteter Sport, der nicht erwünscht war. Von welchen Traditionen konnte da die Rede sein? Andererseits war der alte "Samurai" der Meinung, dass er im Jahre 1945 "starb" und wünschte nicht, dass sein Name in Zusammenhang mit der Tätigkeit Wladimirs erwähnt wurde. So schuf Wladimir O. Dexbach die Kampfkunst Shorai-Do Keine, die er auf der schon in Russland erhaltenen Basis aufbaute, durch die durch den alten "Samurai" erhaltenen Ideen und Traditionen des alten Stils vervollkommnte und mit der Kultur und Weltanschauung des modernen Europäers verband. So entstand eine völlig neue Schule, welche die alten Traditionen mit dem modernen Leben verknüpfte. Mit den veränderten politischen Bedingungen in Osteuropa wurde es möglich auch die Kontakte zu Russland zu erneuern. Die früheren Trainingspartner und persönlichen Freunde Wladimir O. Dexbach und Wladimir Sdobnikov, der ebenfalls während der gesamten Zeit des Verbotes des Kampfsports die Traditionen am Leben gehalten hatte, kamen wie durch eine Fügung des Schicksals wieder zusammen und beschlossen gemeinsam den Kampfstil Shorai - Do Kempo weiter zu entwickeln und zu verbreiten. Über seine Geschichte wurde weiterhin Stillschweigen vereinbart. Erst als 1994 der Lehrer Wladimirs starb, kamen Einzelheiten, mehr durch Gerüchte verfälscht an die Öffentlichkeit. Da der alte "Samurai" mit seinem Tode Wladimir offiziell zu dem Nachfolger und Erbe des alten Stils und der damit verbundenen geistigen Traditionen ernannte, ist es nun möglich auch über die Geschichte des Shorai-Do Kempo zu schreiben. Obwohl Shorai-Do Kempo kein offizielles Mitglied des Daito-Ryu und des Aikijutsuis ist, ist doch nicht daran zu zweifeln, dass die Traditionen und die Moral, die ihm zugrunde liegen denen des Clans der Takeda entsprechen, dessen Grundprinzip folgendes war: "Heute leben, sich auf die Vergangenheit stützend und dabei die Zukunft aufbauend"



Training

Ein Probetraining ist zu den gängigen

Trainingszeiten natürlich möglich!

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Letzte Änderung: Mittwoch, 05.12.2018   ☯   Erstellt von Ralf Schulz und TYPO3-Beratung.com, Schkopau / Nürtingen