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Club für Ostasiatische Kultur und Kampfkünste

Shorai-Do-Kempo Dojo Merseburg e.V.

Ein paar Kampfsportler aus Merseburg und Umgebung hatten eine Idee. Sie wollten einen eigenen Kampfkunstverein gründen. Nach anfänglichem hin und her, eifrigen, wilden Diskussionen, nahm die Idee langsam Form an. Wir hielten unsere Ideen schriftlich fest, unterschrieben alle und siehe da, das Gründungsprotokoll war geboren. Den weiteren Weg kennt sicherlich jeder, der schon einmal bei einer Neugründung von Vereinen oder Firmen dabei war ( viele Behördenwege). Am Ende des langen Weges stand dann die Eintragung in das Vereinsregister. Somit war dann am 21. März 2000, ein neuer Verein geboren. An dieser Stelle möchte sich der Vorstand bei den Gründungsmitgliedern:

Rolf Becker, Dirk Kretschmar, Sven Joost, Robert Kraneis, F. Cândido Soares, Thomas Friedrich, Frank Neumann und Matthias Tolonitz

für Ihre Zusammenarbeit und Geduld recht herzlich bedanken. Bevor man sich zu der Gründung des Merseburger Vereins entschloss, trainierten die Mitglieder bei dem Verein Shorai - Do Kempo e.V. (Halle).


Shorai-Do-Kempo Ryu

Begründer und Präsident des gleichnamigen internationalen Verbandes, Wladimir O. Dexbach, entwickelte diesen Kampfstil nach langjährigen Studien der traditionellen Kampfkünste und führte in ihm die effektivsten Methoden zusammen. So entstand ein variantenreicher Kampfstil der aus der Vergangenheit lernt und neues integriert. 

SHORAI - DO KEMPO vermittelt die Fähigkeit gezielter Bewegungskoordination, steigert die Reaktionsfähigkeit, das Gleichgewichtsgefühl, die Kraft und die Ausdauer. Somit beeinflußt er positiv die Persönlichkeit der Kämpfer. Durch den Abbau von Streß und Aggressionen werden Verantwortungsbewußtsein und Körperbeherrschung entwickelt. DO - der Weg - ist entscheidend, um sich an die Ziele, Vollkommenheit von Körper und Geist anzunähern. Dieser Weg ist gekennzeichnet von gegenseitigem Respekt und Selbstdisziplin, er ist in seinem Wesen humanistisch und völkerverbindend. Ostasiatische Kampfkünste sind allgemein unter dem Begriff „Karate" bekannt. Dabei ist „Karate" nur als Mantelbezeichnung zu verstehen, die viele Stilrichtungen beinhaltet. Alle Stilrichtungen unterscheiden sich durch bestimmte Techniken und Grundregeln. SHORAI - DO KEMPO versucht die effektivsten Techniken aller Stilrichtungen mit den eigenen zu verbinden und einzusetzen. Deshalb gilt der SHORAI - DO KEMPO Kampfstil allgemein als sehr variantenreich und äußerst effektiv. 

Bei allen Übungen wird nicht nur der Körper sondern auch Geist und Willensstärke geschult. Da viele Übungen partnerweise durchgeführt werden, werden auch wesentliche soziale Komponenten geprägt, zum Beispiel Verantwortungsbewußtsein und Fairneß, vor allem aber Selbstbeherrschung und Kenntnisse über verschiedene Körperfunktionen. Auf der physischen Ebene enthalten alle Kampftraditionen ausführliche und sorgfältig geplante Systeme zur Ertüchtigung des Körpers und damit der Erhaltung von Gesundheit und Vitalität. Die Übungen sind schwierig; sie werden mit großer Schnelligkeit und Kraft, häufig gegen Trainingspartner ausgeführt. Dies dient dazu, daß die Schüler sehr schnell Disziplin lernen und darauf achten, sich selbst oder andere nicht zu verletzen. Die aggressiven Triebe, die den Schüler in den Trainingsraum (Dojo) geführt haben, kommen rasch unter Kontrolle und werden vom Lehrer oder Trainer in konstruktive Bahnen gelenkt. Unter dieser Anleitung wächst das Selbstvertrauen des Schülers in dem Maße, wie seine Furcht vor anderen abnimmt. Gleichzeitig entsteht ein neues Körperbewußtsein, eine neue Einsicht in die physische Gestalt und das potentielle Leistungsvermögen des Körpers.


Geschichte

Die Geschichte des Daito-Ryu Aikijutsu ist schwierig und voller dunkler Flecke. Die Wurzeln dieser Kampfkunst führen in die tiefste Geschichte Japans, als es unzählige verschiedene Kampfkunstschulen gab, welche sich im Laufe der Jahrhunderte gegenseitig ergänzten, und die, was charakteristisch ist, immer mit bestimmten philosophischen Anschauungen, auch ekleptischen- andere verschlingenden, verbunden waren.

Der Gründer der ältesten Schule war Fürst Teidsun, der sechste Sohn des Imperators Seiwa (850-880). Einzelheiten, betreffs dieser Schule sind uns nicht bekannt. Bekannt ist nur, daß auf sie der Name Daito Aikijutsu zurückzuführen ist und daß im Unterschied zum Jiujitsu in dieser Schule nur Samurais höheren Ranges ausgebildet wurden. Der Sohn des Fürsten Teidsun - Zunemoton - führte das Aikijutsu in den Klan der Minamoto ein (siehe "Die Geschichte des Hauses Taira").

Große Verdienste werden dem Samurai Josizune zugeschrieben. Laut Legende, befand er sich in einem Tempel zur Meditation, als er eine Erscheinung hatte...

Die Fortsetzung dieser Legende ist ähnlich anderen Legenden dieser Art.

Andere historische Überlieferungen deuten auf einen weiteren Träger des Daito Aikijutsu hin - einen Mann namens Josije Minamoto. Er, der selbst unheilbar krank war, gab sein Wissen und Können an seinen jüngeren Bruder Sinra Saburo Josimitsu, einem künstlerisch und wissenschaftlich interessierten Menschen weiter. Dieser beschäftigte sich erfolgreich mit Astronomie, Medizin und Geologie. Das Wissen um die Anatomie des menschlichen Körpers gaben ihm die Möglichkeit viele Techniken zu vervollkommen.

Der zweite Sohn Josimitsus - Josikije - zog in die Provinz Kai und wurde durch seine Hochzeit in den Klan der Takeda aufgenommen. Einen Teil seiner vom Vater überlieferten Geheimnisse der Kampfkunst gab er an den Klan weiter. Seit dieser Zeit wuchs die Kampfkunst in zwei Richtungen, einerseits im Klan der Minamoto, andererseits im Klan der Takeda.

1574 machte Kuniguzu Takeda den Klan der Aidsu mit seiner Kampfkunst bekannt.

So entstanden im Laufe der Jahre aus einem gemeinsamen Ursprung mindestens drei verschiedene technische Richtungen :

1. Aidsu-Todome - die Techniken der Schule des Kuniguzu Takeda;

2. Daito-Ryo - die Techniken der Schule des Daito Aikijutsu, vermischt mit Elementen anderer Schulen. Der bekannteste Meister dieses Stils war Goto Tadaemon Tadajosi (1644-1736), eine zeitlang Lehrer des Klans der Aidsu;

3. Takeda-Ryu - die Techniken der Schule des Josikije,dessen bekanntester Meister der Samurai und Philosoph Takeda Takumi no Kamisoemon (1758-1853) war. Er schuf ebenfalls die geistig- philosophische Grundlage, das sogenannte "aiki in jo cho", welche mit den obengenannten Stilrichtungen immer enger verschmolz und die Bezeichnung "osiki-Usi" erhielt.


Die größte Verbreitung erhielt diese philosophische Richtung im Aidsu-Klan.

Hierbei darf allerdings nicht vergessen werden, daß im Jahre 1570 der Klan der Takeda mit dem Tod Takeda Singenas eine Niederlage erlitt und in der folgenden Zeit die Grundidee des Klans ausgerichtet war auf ein gemeinsames Überleben und nicht auf den Kampf mit Feinden.

Gesehen in historischer Hinsicht ist der Besiegte aber oftmals der Sieger, besonders in moralischer Hinsicht. Beispiele dafür findet man ebenfalls in der modernen Geschichte Europas.

Mit dem Beginn der Meidsi-Periode verschwinden viele Traditionen, das Osiki-Usi gelangt langsam in Vergessenheit. Genauer gesagt ist es der neuen Gesellschaft einfach nicht bekannt. Daß es dennoch über die vielen wilden Jahre des Modernismus erhalten geblieben ist, verdanken wir dem ...... Saigo Tanamo Takamase (1829-1905).

In der Meidsi-Zeit hatte er allerhand Konflikte mit der Polizei, deshalb war es ihm unmöglich eine Schule zu gründen, in welcher er offiziell die alten Traditionen weitergeben konnte. In dieser Situation suchte er einen ergebenen und fähigen jungen Mann, der das Erbe des "Klada" übernehmen konnte und der dafür sorgen würde, daß es im Weiteren über Jahrhunderte hinweg entwickelt und geschätzt würde. Eine ausgeprägte Persönlichkleit stellte der talentierte Saigo Siro dar, welcher einen Anteil am Sieg des Kodokans über den Joshin-Ryu (siehe Film "Genie des Judo" des Regisseurs A. Kurosaw) hatte. Jigoro Kano baute die Technik des Judo damit auf einer schon vorhandenen Basis auf. Allerdings begann schon bald ein Konflikt zwischen ... und dem Judo, ein Konflikt, welcher schwierig war und eindeutig unter ökonomischem Kontext stand. Die Zeit war schwer und um die nötigsten Dinge des Lebens zu gewährleisten große Anstrengungen vonnöten. Saigo Siro, der das Erbe Saigo Tanomos nicht "verkaufen" wollte, verließ Tokio und ......

Tanomo beginnt erneut und mit großem Einsatz einen Kandidaten zu suchen, der die Traditionen seiner Schule übernehmen könnte.

Dieser Nachfolger wird Sokaku Takeda, ein bekannter Fechter, der nahezu verliebt in das Kenjutsu ist und der bestens mit den Techniken des Takeda-Ryu vertraut ist. Die Beziehung zwischen diesen beiden Persönlichkeiten entwickelt sich schnell, umso mehr auch ihre politischen Anschauungen ähnlich sind. In einer Zeit, da das Tragen des Schwertes strengstens verboten war, liebte es Takeda besonders, bewaffnet durch die Straßen Tokios zu spazieren. Damit wollte er seine Ergebenheit zu den alten Traditionen dokumentieren, welches ihm mehr als einmal Unannehmlichkeiten mit der Polizei einbrachte. Deshalb verließ er Tokio und zog auf Hokaido, wo er den Versuch unternahm ein eigenes Dojo zu gründen, gleiches tut auch sein Sohn Takimune Takeda, welcher eine Schule in Abasyr gründet. Sokaku Takeda war wegen seiner überaus schwierigen materiellen Lage gezwungen, seinen Lebensunterhalt durch das Lehren der Kampfkunst zu verdienen. In den folgenden Jahren tötete er in Zweikämpfen etwa 150 Menschen. Er hatte keine Zähne mehr; einmal nämlich, als ein Speer ihm geradewegs auf den Kopf zuflog, fing er ihn mit dem Mund, dabei den Verlust seiner Zähne und Verletzungen des Mundraumes in Kauf nehmend. Egal mit wem er kämpfte, er überließ dem Gegner die Wahl der Waffen, kämpfte und siegte mit ihnen. (Solcherart Waffen waren z.B. Schwert, Speer, Stock, Ketten usw.) Gerüchte über seine Schule verbreiteten sich im ganzen Land und zog viele an. Er aber war bestrebt, solche als Schüler zu nehmen, die begütert waren. Die Mittellosen aber überließ er Morichea Uesibe, welcher für ihn kostenlos die niedrigsten, dreckigsten und schwierigsten Arbeiten erledigen mußte. Ja mehr noch: für jede neu erlernte Technik mußte er obendrein zahlen. Trotz all dieser Erniedrigungen, verbrachte Sokaku nur etwa 100 Tage der 5-jährigen Dienstzeit Moricheas mit ihm, um ihm die Techniken beizubringen.Trotzdem gestattete es das besonders harte Training, welchem er unterworfen war, Uesibe die gelernten Techniken weiter zu entwickeln, zu einer heute weit bekannten Kampfkunst, dem Aikido.

Ungefähr ab dem Jahre 1910 begann ein Koreaner, namens Tsche-chwe Jonsol bei Sokaku zu trainieren. Er blieb bei ihm bis zum Ende des 2.Weltkrieges und kehrte dann nach Korea zurück. Er verband das bei Sokaku gelernte Aikijutsu mit den ihm bekannten koreanischen Kampftechniken. Auch seine geistigen Grundlagen änderten sich während seines langjährigen Trainings und er legte seiner gerade neu entwickelten Kampfkunst die buddhistische und taoistische Philosophie zugrunde. Er nannte sie Hapkido. Diese Kampfkunst sollte zur alleinigen koreanischen Kampfkunst werden. Aber es kam anders, denn durch die Unterstützung des Staates verbreitete sich eine andere später entstandene Kampfkunst - das Taekwondo in Korea und Hapkido versank in der Bedeutungslosigkeit.

Wenn die Begründer des Aikido und des Hapkido zielgerichtet und planvoll ihren Weg gingen, so sind in der Geschichte des Shorai-Do Zufälligkeiten, ja sogar ein bißchen Romantik auf nahezu unerklärliche Weise miteinander verbunden.

Einer der Schüler der Schule Takimune Takedas befand sich Ende der 30-iger Jahre, im Rahmen einer Militärdelegation Japans in Deutschland (Berlin-Rom-Tokio). Als die Rote Armee Berlin stürmte, wurde er schwer verletzt, von einer deutschen Familie aufgenommen und gepflegt. Lange Zeit verbrachte er an der Grenze von Leben und Tod und als er endlich genas und seine Situation real einschätzen konnte, mußte er erkennen, daß er in einer total veränderten Welt lebte - in Deutschland befanden sich die russischen Truppen, in Japan die amerikanischen. Sich als Samurai verstehender, wollte er Seppuku machen, aber die Liebe zu der Tochter seines Retters hielt ihn zurück. So " begrub er sein Schwert " und begann ein völlig fremdes Leben, bestrebt seine Vergangenheit zu vergessen.

Die anderen an dieser Geschichte beteiligten Personen befanden sich Ende der 70-iger, Anfang der 80-iger Jahre in Rußland, in dem damaligen Leningrad. Das Treffen Wladimir 0.Dexbachs mit seiner späteren Frau Anna bestimmte sein weiteres Schicksal. Er heiratete und siedelte nach Deutschland (damals DDR) über. All die Schwierigkeiten, die das Leben in einem fremden Land, unter fremden Leuten, mit sich bringt, überwindend, trainierte er verbissen und hart weiter, dazu jede nur sich bietende Möglichkeit nutzend. Es geschah das, was geschah...

Verschlagen in die tiefste Provinz und in Frieden mit sich selbst und seiner Vergangenheit, sah der mittlerweile alte Nachfolger des einst berühmten Geschlechts auf einem seiner Spaziergänge, wie Wladimir im Garten trainierte. In ihm erwachte das, was er als für immer begraben angesehen hatte. Er schaute ein Weilchen zu und versuchte auf vorsichtige Art und Weise Kontakte zu knüpfen. Die Geschichte wurde plötzlich wieder lebendig und wiederholte sich auf eigenartige Weise. Natürlich war alles sehr schwierig, denn in der damaligen DDR war Kampfkunst ein mit Argwohn betrachteter Sport, der nicht erwünscht war. Von welchen Traditionen konnte da die Rede sein? Andererseits war der alte "Samurai" der Meinung, daß er im Jahre 1945 "starb" und wünschte nicht, daß sein Name in Zusammenhang mit der Tätigkeit Wladimirs erwähnt wurde.

So schuf Wladimir 0. Dexbach die Kampfkunst Shorai-Do Kempo, die er auf der schon in Rußland erhaltenen Basis aufbaute, durch die durch den alten "Samurai" erhaltenen Ideen und Traditionen des alten Stils vervollkommnete und mit der Kultur und Weltanschauung des modernen Europäers verband. So entstand eine völlig neue Schule, welche die alten Traditionen mit dem modernen Leben verknüpfte.
Mit den veränderten politischen Bedingungen in Osteuropa wurde es möglich auch die Kontakte zu Rußland zu erneuern. Die früheren Trainingspartner und persönlichen Freunde Wladimir 0. Dexbach und Wladimir Sdobnikov, der ebenfalls während der gesamten Zeit des Verbotes des Kampfsports die Traditionen am Leben gehalten hatte, kamen wie durch eine Fügung des Schicksals wieder zusammen und beschlossen gemeinsam den Kampfstil Shorai-Do Kempo weiter zu entwickeln und zu verbreiten.
Über seine Geschichte wurde weiterhin Stillschweigen vereinbart. Erst als 1994 der Lehrer Wladimirs starb, kamen Einzelheiten, mehr durch Gerüchte verfälscht an die Öffentlichkeit. Da der alte "Samurai" mit seinem Tode Wladimir offiziell zu dem Nachfolger und Erbe des alten Stils und der damit verbundenen geistigen Traditionen ernannte, ist es nun möglich auch über die Geschichte des Shorai-Do Kempo zu schreiben.
Obwohl Shorai-Do Kempo kein offizielles Mitglied des Daito-Ryu und des Aikijutsus ist, ist doch nicht daran zu zweifeln, daß die Traditionen und die Moral, die ihm zugrunde liegen denen des Klanes der Takeda entsprechen, dessen Grundprinzip folgendes war: 
Heute leben, sich auf die Vergangenheit stützend und dabei die Zukunft aufbauend"



© wetter.net


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Letzte Änderung: Samstag, 09.04.2016 |  
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  | Erstellt von Ralf Schulz und TYPO3-Beratung.com, Nürtingen/Schkopau